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Was versteht eine Katze unter guter Wohnqualität? 

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 Bei Katzen in reiner Wohnungshaltung ist nicht nur die Wohnungsgröße fürs Wohlbefinden entscheidend, sondern vorrangig die Wohnqualität!

 Eine Katze kann in einem 180 qm-Haus trotz der großen Bewegungsfläche unglücklich und gelangweilt sein, während sie sich in einer Wohnung mit lediglich 50 qm rundum wohlfühlen würde, welche jedoch eine gute Wohnqualität bietet. Beides zugleich, also möglichst viel Platz und Abwechslung kombiniert mit katzengerechter Qualität wäre natürlich der Idealfall.  

Eine Wohnungsgröße von etwa 50 qm für eine Einzelkatze sollte möglichst nicht unterschritten werden - für zwei Katzen nicht unter 60 qm. Sehr temperamentvolle Katzen benötigen grundsätzlich mehr Platz zum Rumtoben als sehr ruhige oder kranke, alte Tiere. Je mehr Katzen zusammenleben, umso mehr Räume müssen vorhanden sein, damit die Tiere sich bei Bedarf auch aus dem Weg gehen können und ausreichend Rückzugs-möglichkeiten finden.

In jedem Fall muß das Wohnungsrevier einer Einzelkatze aus mindestens zwei Zimmern bestehen, so daß sich alle für die Katze wichtigen Einrichtungsgegenstände auf zwei Räume verteilen lassen. Dies dürfte auch in einer 1-Zimmer-Wohnung nicht unmöglich sein, wenn z.B. ein größerer Flur, eine Wohnküche oder ein großes Bad mit Fensterblick vorhanden ist und die jeweilige Katze zuvor noch nie mehr Platz zur Verfügung hatte.

Eine Katze, die, ohne sich bewegen zu müssen, ihre ganze Umgebung von einem einzigen Punkt aus überblicken kann, bekommt viel zu wenig Anreize. Wenn aber der Lebensraum der Katze in zwei Räume aufgeteilt ist, kann die Katze ihre verschiedenen Aktivitäten räumlich verteilen und wird so zur Bewegung ermuntert.

Außerdem wird ihre natürliche Neugier gestillt, wenn sie von Zeit zu Zeit die verschiedenen Räume kontrollieren kann. Ein Gang ins Nebenzimmer ist für eine Katze oftmals sehr aufregend, weil sich durch die Aktivitäten des menschlichen Bewohners laufend irgendwelche Dinge in der Wohnung verändern, die es aus Katzensicht zu erkunden gilt - z.B. der Teppich, der nach dem Staubsaugen plötzlich anders riecht.. frischgewaschene Wäschestücke, die auf der Heizung hängen und den Raum mit einem anderen Duft erfüllen.. ein Fenster, das zwischenzeitlich geöffnet wurde, so daß der Geruch vom gemähten Rasen hereinströmt etc.

Selbst geringste Kleinigkeiten und Veränderungen, die vom Menschen überhaupt nicht bewußt wahrgenommen werden, sind für eine Katze äußerst interessant und erforschenswert - z.B. der winzige Stoffzipfel, der aus der geschlossenen Schranktür herausschaut.. ein achtlos weggelegtes Taschentuch oder der Geruch von Schuhen, mit denen man zuvor durchs Zimmer gegangen ist etc.

All solche ständig wechselnden Reize sind für die Katze enorm wichtig, um den Geist rege zu halten und die gefährliche Langeweile zu verhindern - und könnten in einem einzigen Raum niemals geboten werden, zumal dann auch noch der Überraschungseffekt für die Katze fehlen würde, weil sie ihren Menschen und das gesamte Einzelzimmer ständig im Blick hat und sämtliche Geschehnisse live miterlebt.

Außerdem lassen sich Versteckspiele zwischen Mensch und Katze nur durchführen, wenn man mindestens zwei Räume zur Verfügung hat. Katzen können einen Riesenspaß daran haben, ihren Menschen zu suchen, der sich im anderen Teil der Wohnung in einem dunklen Zimmer versteckt hat und ganz still verhält (mit einem kleinen Leckerchen in der Hand!). Was für ein freudiges Spektakel auf beiden Seiten, wenn die Katze ihn dann gefunden hat! 

Auch wildere Jagd- und Beutefangspiele können wesentlich aufregender und abwechslungsreicher gestaltet werden, wenn man verschiedene Räumlichkeiten mit einbezieht. Bei der Begrenzung auf ein Zimmer wären die Spiel-, Renn-, Jagd- und Fluchtmöglichkeiten doch ziemlich eingeschränkt.

Die Nutzfläche einer Katzenwohnung läßt sich auch vergrößern, indem man an den Wänden in unterschiedlicher Höhe einige Lauf- und Liegeflächen anbringt. Mit etwas Phantasie kann man meistens noch zusätzlich Raum zum Klettern und Liegen schaffen, was von noch größerer Bedeutung ist bei der Haltung mehrerer Wohnungskatzen.

 Bei Katzen in reiner Wohnungshaltung muß der Lebensraum und Umgang mit der Katze so bedürfnisgerecht und interessant wie möglich gestaltet werden. Dazu gehört natürlich ganz besonders, daß der Mensch sich täglich mit echter Freude und Begeisterung mit seiner Katze beschäftigt, daß er dabei gutes, artgerechtes Katzenspielzeug verwendet und richtig mit ihr spielt.

Und damit meine ich nicht, daß man der Katze nebenbei einen Ball hinwirft nach dem Motto: "So, hier hast Du was zum Spielen!" und dann die Katze einfach sich selbst überläßt.

Es gibt für Hunde und Katzen gleichermaßen wohl kaum etwas Schlimmeres als Unterforderung und eine (leider häufig anzutreffende) geistig-emotionale Teilnahmslosigkeit des Halters zu spüren, der jede Beschäftigung mit dem Tier eher als lästige Pflicht empfindet.

Also, seien Sie kreativ und mit dem Herzen bei Ihrer Katze! Schließlich ist es ein großes Glück, mit so einem wundervollen Pfotenschatz zusammen leben zu dürfen - mit einem Wesen, das uns niemals kritisiert, bevormundet, bewertet und verurteilt.

* * * 

Sehr wichtig für katzengerechte Wohnungshaltung ist auch, daß unbedingt die Außenwelt in das Blick- und Beobachtungsfeld der Katze mit einbezogen wird. Alles, was sich bewegt, ist für Katzen interessant - solange es keine Reizüberflutung ist. Falls der Ausblick eher eintönig ist, könnte man ihn interessanter gestalten, indem man z.B. vor dem Fenster einige Pflanzen aufstellt, die sich im Wind bewegen oder im Winter einen Vogelfutterring aufhängt bzw. ein Vogelhaus in den Garten stellt.

Katzen lieben und brauchen FREIE Fensterbänke!

Immer wieder sieht man, daß Katzenhalter ihre Fensterbänke mit Pflanzentöpfen oder Dekoration vollgestellt oder nur eine kleine Stelle zum Sitzen freigelassen haben - und dadurch diesen wichtigsten aller Katzenplätze blockieren. Katzen lieben es, an einem breiten Fenster entlang zu laufen und sich auf der Fensterbank die ideale Stelle zum Sitzen und Liegen selber auszuwählen - was auch wichtig ist, wenn die Katze auf Reize reagieren will/muß, z.B. weil drinnen oder draußen an der Fensterscheibe plötzlich ein Insekt entdeckt wird oder weil ein Teil der Fensterbank von der Sonne erhitzt wird. 

Manche Katzen wollen auf der Fensterbank zwar beisammen sitzen/liegen, aber trotzdem einen gewissen Abstand zueinander haben, so daß keine Gegenstände im Weg stehen dürfen. Je mehr Katzen zum Haushalt gehören, umso mehr Fensterplätze müssen zur Auswahl stehen. Eine möglichst lange Lauf- und Liegefläche am Fenster ist für jede Katze eine Freude!  

Man sollte Katzen auch den Aufenthalt auf dem katzensicheren Balkon/Terrasse ermöglichen oder sie zu ruhigen Uhrzeiten das Treppenhaus erkunden lassen (evtl. mit Geschirr und Leine gesichert nach vorherigem Gewöhnungs-Training). Menschen können sich oft gar nicht vorstellen, wie spannend und anregend derartige Abwechslungen für Wohnungskatzen sind - selbst dann, wenn sie nur fünf Minuten dauern würden.

Auf Balkon bzw. im Freigehege kann die Katze ganz real ihren Jagdtrieb befriedigen, indem sie Käfer, Fliegen, Blätter u.a. erbeutet. Auch kleine verirrte bzw. hereingesetzte Insekten in der Wohnung sind ein willkommenes Geschenk für wohl jede Katze.

Wenn eine Katze in ihrem bisherigen Leben noch keine einzige, positve Erfahrung mit Freigang gemacht hat, dann kann und wird sie diese Freiheit auch nicht vermissen! Näheres zum Thema Katzen-Freigang finden Sie im Infotext "Freigang nach Umzug?" 

Da Katzen sich gerne in der Sonne räkeln, muß eine katzengerechte Wohnung sowohl sonnige als auch schattige Bereiche haben. Es müssen verschiedene erhöhte Beobachtungsplätze in der Wohnung eingerichtet werden, von denen aus die Katze eine gute Übersicht hat.

Außerdem sind einige trockene, warme Ruheplätze erforderlich und ganz wichtig: pro Katze eine Rückzugsmöglichkeit an einen Ort, an dem sie sich 100%ig sicher und unbeobachtet fühlt vor störenden, aufdringlichen Menschen und Tieren - z.B. ein Bettkasten oder kuscheliger Pappkarton in der hintersten Ecke der Wohnung. 

Sobald die Katze sich dorthin zurückgezogen hat, muß dies respektiert werden und jede Form von Kontaktaufnahme absolut tabu sein!

Auch das arteigene Kratzbedürfnis muß durch das Anbieten mehrerer Kratzmöglichkeiten angemessen befriedigt werden. Wer seiner Katze das Krallenwetzen in der Wohnung völlig verbieten will, handelt nicht nur tierquälerisch, sondern schadet letztendlich auch sich selbst - denn keine Katze wird eine derartige Einschränkung der Grundbedürfnisse einfach kommentarlos hinnehmen.

Natürlich kann auch ein weiterer menschlicher Partner, ein anderes Tier oder Artgenosse eine Bereicherung für die Katze sein - sofern sie in ihren sozialen Eigenschaften miteinander harmonieren und das Kennenlernen katzenpsychologisch korrekt durchgeführt wurde.

Um Schäden für die Katzen und Frust bei den Menschen zu verhindern, lassen Sie sich bitte rechtzeitig vor dem Einzug eines Tieres oder Menschen von einem Tierpsychologen über die für Ihre individuelle Situation richtige Vorgehens-weise beraten. Denn bei der Vergesellschaftung von Katzen und dem Einzug eines Menschen kann man viel falsch machen - was dann für Katze und Mensch enormen Streß bedeutet und häufig wieder zur Abgabe der neuen Katze führt.  

►Wichtige Grundregeln in aller Kürze:

Jede neue Katze unbedingt die erste Zeit in separaten Raum unterbringen • Erstkatze muß von Hauptbezugsperson mehr Aufmerksamkeit bekommen als der Neuzugang • keinerlei Erwartungshaltung an die Katzen • kein Zeitdruck • allen Katzen BachBlüten-Rescue-Tropfen geben • Kennenlern-Begegnungen zuerst durch Gittertür • humorvolle, entspannte Stimmung verbreiten! 

Manche Katzen (insbes. weibliche Tiere) dulden jedoch grundsätzlich keine tierische Gesellschaft in ihrem Revier oder wollen ihren geliebten Menschen für sich alleine haben - was der Halter zu respektieren hat. Es ist ein unqualifiziertes, pauschales Vorurteil, daß Katzen in Einzelhaltung angeblich unzufrieden sind und leiden. Wie bei allen Verhaltensfragen ist auch hier stets der komplexe Einzelfall zu beurteilen.

Zu einer guten Wohnqualität gehört außerdem, daß die Katzentoiletten ausreichend vorhanden und richtig platziert sind (ruhig, stets frei zugänglich, nicht in Nähe der Näpfe) und sich in gutem, hygienischen Zustand befinden (ohne Reinigungs-Chemie und künstliche Düfte!).

Auf Raumspray oder wiederholte Experimente mit neuen Streusorten sollte verzichtet werden, wenn man keine Unsauberkeit riskieren will - eine neue Streu bitte ggfs. immer in einer zusätzlichen Toilette anbieten, anstatt die gewohnte Streu einfach auszutauschen. 

Wieviele Katzentoiletten? Die Einzelkatze braucht 2 Katzentoiletten, da viele Katzen Urin und Kot gerne getrennt absetzen - im Mehrkatzen-Haushalt eine Katzentoilette mehr als Katzen vorhanden sind (z.B. 4 Stück für drei Katzen).

Bei Fragen bezüglich artgerechte Katzenhaltung und katzenfreundliche Wohnung sind auch Katzenpsychologen gerne behilflich! 

COPYRIGHT by Ramona Meißner  

   
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    Foto: Ramona Meißner, pfotenschatz.de