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Catsitting

                                                                                                                                                            Foto: Patrick Moyer, fotolia.com

Immer wieder werde ich mit dem Problem von alleinlebenden Katzenhaltern konfrontiert, die ihre Katze/n im Notfall wie gewohnt in der eigenen Wohnung versorgt wissen möchten, aber keine vertrauenswürdige Person haben, die im Falle einer notwendigen bzw. unvorhersehbaren Abwesenheit (z.B. Krankenhausaufenthalt, Unfall, berufliche Fortbildung) in die Wohnung einzieht oder zumindest mehrere Stunden täglich dort mit der Katze verbringt - und zwar gerne!

 Sicherlich hat wohl jeder irgendwelche hilfsbereiten Freunde, nette Nachbarn oder Familienangehörige... aber kann und möchte man wirklich einem davon das Leben der über alles geliebten Katze anvertrauen, den Wohnungs-Schlüssel aushändigen, Einblicke in die Intimsphäre der Wohnung gewähren, ihn gfs. dort tagsüber wohnen oder sogar nachts schlafen lassen?

Meist haben die Menschen aus dem Freundes-/Familienkreis berufsbedingt oder wegen eigener Kinder/Haustiere selbst keine Zeit für eine zusätzliche Katzenbetreuung oder wohnen zu weit entfernt.

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Eine verantwortungsvolle Katzenbetreuung sollte wesentlich mehr sein, als einfach nur morgens und abends das Futter hinzustellen. Das kann zwar bei so manchen eher eigenständigen Freigängerkatzen ausreichen und in Ordnung sein.

 Aber mir geht es insbesondere um die reinen Wohnungskatzen. Katzen, die stark auf ihre Bezugsperson fixiert sind, eine sehr enge Beziehung (=emotionale Abhängigkeit) zu ihr haben und an einen bestimmten Tagesablauf oder Rituale gewöhnt sind. Für solche Katze ist es sehr traumatisch und belastend, wenn der geliebte Mensch plötzlich nicht mehr nach Hause kommt (z.B. wegen eines Unfall). Da kann jeder Tag und jede Stunde zur psychischen Qual werden.

Daher empfehle ich jedem Katzenhalter dringend, seine Katze/n von klein auf vor Eintritt einer notwendigen Abwesenheit immer wieder mal für einige Stunden zu verschiedenen Uhrzeiten alleinzulassen, idealerweise auch mal über Nacht. Wenn Sie keine besondere Aufregung oder Abschiedsdrama damit verbinden, sondern dies ganz selbstverständlich und gelassen regelmäßig praktizieren, dann kann die Katze aus diesen Erfahrungen die wichtige Erkenntnis lernen: "Ohne meine Mama geht die Welt nicht unter. Wenn sie weggeht, kommt sie auch jedes Mal wieder zurück. Mal früher, mal später. Also kein Grund zur Sorge!"

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Daß man eine solche Katze nicht in einer Katzenpension einquartiert, versteht sich für jeden tierlieben Menschen von selbst. Daher werde ich auf diesen Punkt nicht näher eingehen. Von Ausnahmen abgesehen sollten Katzen grundsätzlich immer in ihrem vertrauten Revier bleiben!

Umso wichtiger ist dann die Anwesenheit eines lieben Menschen - den die Katze bereits durch einige vorherige Besuche kennengelernt und akzeptiert hat! - der das Versorgen der Katze nicht nur als Pflichtaufgabe empfindet, sondern sich wirklich gerne und mit viel Liebe um die Katze kümmert bzw. mehr oder weniger viel Zeit in der Wohnung verbringt - je nach dem, was im Einzelfall am sinnvollsten ist.

Ich halte es für absolut notwendig, daß der Katzenhalter zu seinem zukünftigen Catsitter eine lockere Beziehung aufbaut, indem er ihn gelegentlich zu sich einlädt. Nur so hat die Katze die Chance, diesen Menschen erstmal kennenzulernen (Stimme/Geruch/Bewegungen) sein Verhalten einzuschätzen, sich an ihn zu gewöhnen und ihn bestenfalls sogar zu mögen - was ein Zusammensein im Notfall wesentlich erleichtert. Außerdem kann man den Catsitter bei der Gelegenheit auch mit den wichtigsten Dingen in der Wohnung bekanntmachen und alle Informationen/Hinweise für den Notfall in Schriftform aushändigen.

Ziel muß immer sein, daß die Anwesenheit des zukünftigen Catsitters von der Katze zumindest relativ entspannt akzeptiert wird, später auch Futter von ihm angenommen und das Berühren der Katzentoilette geduldet wird. Die Katze im Verlauf des Kennenlernens aber bitte niemals überfordern oder ihr einen Kontakt aufzwingen! Lassen Sie bitte immer die Katze selbst entscheiden, ob und wieviel Kontakt sie mit einer fremden Person möchte bzw. ertragen kann. Scheue Katzen sollte man als Besucher immer vollkommen ignorieren - also bitte nicht anschauen, ansprechen oder gar anfassen!  

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Es wäre ziemlich unfair, verantwortungs- und rücksichtlos, seine Katze einfach mit einer wildfremden Person alleinzulassen.. die womöglich gar keine Herzensbeziehung zu dieser Tierart hat, die nur am finanziellen Vorteil interessiert ist, die vom Entsorgen riechender Haufen genervt ist, kein Einfühlungsvermögen für die psychische Situation der Katze aufbringt, keine Lust zur Beschäftigung mit ihr hat, womöglich eigenmächtig die übliche Futtermenge verändert, sich nicht 100 %ig an die Anweisungen im Umgang mit dem Tier hält oder nicht in der Lage ist, die Bach-Blüten-Tropfen bei Bedarf absolut zuverlässig zu verabreichen.    

Wer z.B. Katzen sehr liebt, aber selbst aus irgendwelchen Gründen keine eigene Katze halten kann/möchte, der würde sich über ein kurzfristiges Betreuen oder Zusammenleben mit einer Samtpfote sicherlich sehr freuen und diese verantwortungsvolle Aufgabe mit ehrlicher Freude, Gewissenhaftigkeit und Einfühlungsvermögen übernehmen - was auch die Katze sehr genau spürt!

Die Motivation beim Tiersitting sollte sein: Tierliebe, Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit!

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Welche Vorstellungen ich aus tierpsychologischer Sicht von einem geeigneten Catsitter habe, können Sie anhand des obigen Textes erkennen. Wer sich auf privater Ebene einen Catsitter suchen möchte, sollte sehr mißtrauisch sein, dem Bewerber genau auf den Zahn fühlen und letztlich auf sein Bauchgefühl hören. Auch ist auf folgende Voraussetzungen zu achten:

 Nichtraucher, mindestens 18 Jahre alt, absolut ehrlich, zuverlässig und verantwortungsbewußt, einwandfreier Leumund, Referenzen, genügend freie Zeit, ruhige Persönlichkeit ohne Hektik und Lärm. 

Achten Sie bitte in jedem Fall darauf, daß ein schriftlicher Pflegevertrag geschlossen wird, in dem alle wichtigen Leistungen bzw. Detailfragen festgehalten werden. Nur so haben Sie im Streitfall eine rechtliche Handhabe und können die getroffenen Vereinbarungen beweisen. Auch für Ihre Haftpflichtversicherung ist dies wichtig, falls der Catsitter in Ihrer Wohnung einen Schaden verursacht. Sollte ein Catsitter-Kandidat einen Vertrag nicht akzeptieren, dann bitte Finger weg!

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